Rezension : Simon: Der Großmuttereinsatz

Simon: Der Großmuttereinsatz 

von Marion Bischoff  (Autor)

Mit diesem Kinder und Jugendbuch zeigt Marion Bischoff sehr anschaulich, was passieren kann wenn Kinder sich vernachlässigt fühlen und gemobbt werden.

Simon ist 12 Jahre alt, nie haben seine Eltern Zeit für ihn, Großeltern die den Jungen auffangen könnten, gibt es leider auch nicht und Freunde erst Recht nicht. Seine Mama ist beruflich im Ausland, sein Papa ebenfalls arbeitsbedingt nur an den Abenden zu Hause, doch auch da hat er keine Zeit für seinen Sohn. In der Schule hat es Simon auch schwer, Streber wird er genannt, weil er immer gute Noten schreibt und in seiner Freizeit nur am lernen ist, nie auffällt, doch er würde so gerne dazugehören. Als Joschi, der Anführer einer Clique ihm eines Tages eine Mutprobe anbietet , denkt Simon nicht lange über die Konsequenzen seines Handelns nach, schließlich ist das seine Chance endlich dazuzugehören. Seine Mutprobe besteht daraus einen “ Großmuttereinsatz “ zu absolvieren. was sich im ersten Moment toll anhört, entpuppt sich jedoch schnell zu einer Tat, die leider in der heutigen Zeit keine Seltenheit mehr sind. Um im Clan aufgenommen zu werden, soll er einer älteren Dame die Geldbörse entweden. Nach seiner Tat plagen ihn Gewissensbisse, doch nicht sehr lange….

Ein sehr wertvolles Buch, welches nicht nur Kinder und Jugendliche anspricht. Sehr oft habe ich beim Lesen innegehalten und alles auf mich wirken lassen. In der heutigen Zeit ist es fast unmöglich mit nur einem Gehalt seine Familie zu ernähren, ihnen ein angenehmes Leben zu finanzieren. Simon profitiert natürlich von den finanziellen Vorzügen, doch seine kindliche Seele leidet auch sehr stark darunter, meist auf sich selbst gestellt zu sein. Es ist bestimmt kein schönes Gefühl, nach der Schule nach Hause zu kommen, alleine Hausaufgaben zu machen, sich selbst etwas zu kochen und dann, um ja ein Lob einzukassieren für die ach so tolle Leistung in der Schule und ein kurzen über den Kopf streichen.Auch glaube ich, das auch kein Trikot des Lieblingsspielers einer namhaften Fussballmannschaft viel bewirken kann, oder die neueste Playstation etc. Ein Kind braucht den sicheren halt der Familie, Liebe und Geborgenheit, feste Rituale. Wie schnell man abrutscht in die Kriminalität, zeigt Marion Bischoff hier sehr anschaulich.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und leicht verständlich, so das auch die jüngeren dem Geschehen ohne Probleme folgen können und verstehen was die Autorin mit ihrer Geschichte sagen möchte. Spannend von der ersten bis zur letzten Seite, mit einem, Gott sei Dank guten Ausgang.

Danke an den Rhein Mosel Verlag und an Marion Bischoff für dieses sehr wertvolle Buch.

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